Aufzucht
Kuvasz vom NomadenKuvasz vom NomadenKuvasz vom Nomaden
Werden Welpen erwartet...

    ... wird ein Zimmer unseres Hauses mit Ausgang zum Garten in einen "Wurfraum" verwandelt, eine Wurfkiste hält Einzug, Möbel verschwinden und die gesamte Einrichtung wird auf das bevorstehende Ereignis abgestimmt. Unserer Hündin wird es so angenehm wie möglich gemacht, damit sie ihrer Geburt im Vertrauen auf uns entgegen sehen kann.
Natürlich bin ich bei der Geburt vom ersten bis zum letzten Moment anwesend. Das unabdingbare Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Hund sollte zuvor auf einer festen Basis stehen, um sich jetzt zu bewähren.
Die Familienmitglieder werden angehalten, unnötigen Stress zu vermeiden und in der Regel ist das gesamte Wurfgeschehen selbst bei einem Dutzend Neuankömmlingen innerhalb von 12 Stunden "überstanden". Der Wermutstropfen : meist spielt sich der faszinierende Vogang während der Nacht ab.

Ernsthafte Welpeninteressenten werden ermuntert, "ihren Welpen" von früh auf während seines Wachstums zu begleiten. In den ersten Lebenswochen muss dies jedoch mit der entgegenkommenden Bereitschaft der stark geforderten Mutterhündin zu vereinbaren sein, Fremde bei ihrem Nachwuchs zu dulden. Oft ist dies in den ersten zwei Wochen der kleinen Nestlinge naturgebunden nicht gegeben: die neu entstandene Familie  benötigt viel Ruhe und Ungestörtheit. Aufregungen können sich u. a. in nachlassener Milch"produktion" niederschlagen. Dies muss in jedem Fall vermieden werden, denn nichts ist in diesen Tagen wichtiger, als die stark beanspruchte Milchquelle zu erhalten.

Mit einem Geburtsgewicht von durchschnittlich 400 - 600 g starten unsere weißgewellten Babies ins Leben. An der prall gefüllten Milchbar ihrer Mutter entwickeln sie sich rasch zu wahren "Wuchtbrummen, die bereits nach der ersten Woche ihr Geburtsgewicht verdoppelt haben und deren Gehör und Augenlicht im Alter von 10 Tagen langsam erwachen. Zunächst blinzeln sie ins Tageslicht, das anfängliche Robben wird zum Laufen-wollen. Zunehmend nehmen sie mit ihren Sinnen die Umgebung wahr. Sie beginnen, "mitzureden", mauzen, brummen, knurren auch schon einmal und geben kurze Belllaute von sich.

Sie reagieren auf Radio und Staubsauger. Unbemerkt kann man das Zimmer jetzt nicht mehr betreten - sofort schnellen die Köpfchen hoch und versuchen, die Lage zu peilen. Den Ausschlupf aus der Wurfkiste haben sie längst gefunden, beginnen, ihren Raum näher zu erkunden und auf Knabberfestigkeit zu prüfen.Am Ende der dritten Woche kann zur Entlastung der Mutter den Welpen schon etwas Zusatznahrung angeboten werden.

Nun zeigt die Waage bereits ein Durchschnittsgewicht von ca. 2500 g an. Ob Winter oder Sommer: im Alter von vier Wochen sind sie nicht mehr zu halten, drängen nach draußen, erobern den Garten und durchstöbern die Zimmer.
Viele Pflanzen und Sträucher werden den Ansturm nicht überleben und umgekehrt müssen die Kleinen von manch Grünzeug im Garten zu ihrem Eigenschutz ferngehalten werden. Es gilt, die kleine Meute gut im Blick zu behalten. Auch die Mutter übernimmt diese Schutzfunktion für ihre Kinder, verbellt Krähe und Habicht, verjagt die vorwitzige Katze oder allzu aufdringliche Verwandte - das hält jede Hündin anders, meist aber perfekt zum Wohl ihrer Nachkommenschaft.
Zunehmend stellen sich Besucher ein, vorzugsweise mit "Kind und Kegel" - so ist's erwünscht. Die Welpen sollen früh Groß und Klein, Jung und Alt, in lebhafter und ruhiger "Ausführung" kennenlernen.Kinder toben und schmusen mit den Kuvaszsprößlingen und finden so heraus, wie gut "sie miteinander können".

Der Nachwuchs wächst rasant. Das Welpengewicht liegt in der vierten Lebenswoche bei ca. 4 kg, in der 8. Woche gar schon zwischen 9 und 11 kg. Jetzt zeigt sich die Tendenz zu den späteren Größen.
In der 3. - 7. Woche findet umfassende, intensive Prägung statt - und sie will sorgsam überwacht werden.
Viele positive Eindrücke sind gefragt: andere Tiere unterschiedlicher Art, Spaziergänge mit viel Abwechslung, diverses Spielzeug, Klettermöglichkeiten sowie Spiele auf verschiedenartigen Untergründen wie Sand, Erde, Steinen oder Holz. Temperatureinflüsse von Wind, Regen und Schnee sorgen für Abhärtung, viele Schmusestunden für Vertrauen und Zuneigung.
Während die Hündin, beginnend mit der Geburt, zunehmend abhaart, werden die Kuvaszkinder immer wolliger und ihr webpelzartiges Fell dichter. Die Kleinen rangeln wie die Großen, zeigen bereits alle hundlichen Verhaltensweisen ihrer Eltern und die Grundzüge ihres angelegten Wesens kommen zum Vorschein. Meist sind die Geschwister recht unterschiedlich: so lässt sich der Forsche vom Schüchternen, die Kecke von der Zögerlichen, und der Spielfreudige von der Temperamentvollen oder Bequemen unterscheiden.
Jeder künftige Kuvasz-Halter sollte sich im Vorfeld genau überlegen, welche Charaktereigenschaften er sich von seinem Hund wünscht. Mit festen Vorstellungen im Kopf kann auch der Züchter aufgrund seiner genaueren Kenntnisse um seine Welpen den Interessenten besser beraten und helfen, den genau zu ihm Passenden zu finden.

Werden die spitzen Welpenzähnchen im Alter von vier Wochen noch ganz unbefangen eingesetzt, so lernt der Nachwuchs sehr bald, dass ein herzhafter Biss in Bruder oder Schwester eine sofortige Reaktion hervorruft: man wird selbst gebissen! So lernen die Kleinen, eine Beisshemmung gegenüber Geschwistern, Mutter und Menschen aufzubauen. Übergriffe auf menschliche Hosenbeine, in Hände oder Kleidung werden zunehmend seltener und lassen schließlich ganz nach.

Ist die 8. Lebenswoche vollendet, erscheint der Tierarzt zum Gesundheits-Check. Jedes Hundekind erhält einen Chip und wird geimpft - gegen Staupe, Hepatitis, Leptospirose und Parvovirose. Die Zähnchen, die Augen, die Ohren, das Herz, die Geschlechtsorgane, der Nabel - das gesamte Kerlchen wird sorgfältig untersucht. Anschließend stellt der Arzt einen Gesundheitspass aus, welcher Ihnen zusammen mit dem Impfpass bei Übergabe Ihres Lieblings ausgehändigt wird.
Damit nicht genug, rückt einige Tage später der Zuchtwart an. Er kontrolliert rassespezifisch, überprüft auch den Gesundheitszustand noch einmal sowie die Reaktionen auf Umweltreize und unerwartete Eindrücke (s. auch "Abgabe" und "Sozialisierung").

Erst nach Ausstellung eines umfangreichen "Welpen Einzeluntersuchungsbogens" für ein jedes Kuvasz-Kind sowie eines generellen Zuchtwartberichtes kann der Startschuss gegeben werden für den Umzug in das neue Zuhause.
Kuvasz vom Nomaden
www.kuvasz-vom-nomaden.de